Biblische Besinnung

"Wir haben alle den gleichen Gott". Wir sagen das so. Im Religionsunterricht in der Berufsschule hörte ich diesen Satz immer wieder. Bei Hausbesuchen ist es eine gängige Redewendung, die auf Zustimmung abzielt. Ich muss gestehen: Ich gerate dabei in Verlegenheit. Mein Schweigen ist ein Ausweichen. Es überlässt die Deutung dem Anderen. Aber sollte ich mich nicht zu erkennen geben?

Müsste ich nicht zurückfragen, wer denn der Gott ist, den mein Gegenüber mit mir teilen will?

Wir haben den gleichen Gott

Was ist das für ein Gott? Der im Himmel thront? Der ferne ist von einem Jeden unter uns? Den keines Menschen Auge je gesehen hat? Ein höheres Wesen? Der Gott, von dem Schiller sagt: "Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen"? Das alles ist Gott wohl auch; er ist aber weit mehr.

Ich frage weiter: Was heißt eigentlich, "Wir haben ihn"? Nehmen wir uns beim Wort, ist es uns ernst mit unserer Aussage, dann drückt sie aus: Gott gehört uns. Wir haben ihn - zu unserer Verfügung, eingeordnet in unser Weltbild.

Da hat er seinen genz bestimmten ihm von uns zugewiesenen Platz. Wir geben ihm die Zeit an, zu der er seine Wirksamkeit an uns erweisen soll: In den Grenzsituationen unseres Lebens, in Notfällen, wenn wir in kritischen Situationen selber keinen Ausweg sehen, nicht mehr weiter wissen. Und natürlich auch dann, wenn wir in unserem Leben an besonderen Höhepunkten oder Tiefpunkten angekommen sind. Bei unseren Feiern und Festen soll Gott dabei sein. Wir haben ihn doch.

Gott hat uns - in Jesus Christus

Wir gehen von ganz und gar falschen Voraussetzungen aus, wenn wir meinen, Gott (einen Gott) zu haben. Es gibt keinen Weg, auf dem Menschen Gottes habhaft werden könnten. Die Kluft ist zu groß, der Graben zu tief, der uns von Gott trennt.

Gott wohnt in einem Lichte, dem keiner nahen kann. Von seinem Angesichte trennt uns der Sünden Bann

(Jochen Klepper - eg379)

Immer wieder haben wir unseren Willen gegenden Willen Gottes durchgesetzt. In der Geschichte, in unserer eigenen Biographie sind wir gottlos (Gott los) geworden, sind unsere Wege gegangen, haben nicht nach ihm gefragt. Unsere Versuche rückgängig zu machen, was durch unsere Schuld verworren oder zerstört ist, bringen uns nicht weiter. Wir sind nicht imstande, die Brücke zu bauen, die uns Zugang verschafft zu dem Leben, das Gott für uns entworfen hat. Aber nun ist - Gott sei gedankt! - unsere Lage nicht hoffnungslos.

Gott ist in diese heillose Welt eingebrochen. Der ferne Gott hat sich uns genaht. Seine Gnade ist uns in Jesus Christus begegnet. Er ist unser Einer geworden. Auf ihn ist unsere Sünde gelegt. In ihm ist unsere Schuld ans Kreuz genagelt. Seine Auferstehung ist Gottes 'Ja' zu uns. Wir gehören IHM, weil Er uns nicht fallen lässt.

Einheit im Glauben

Wie steht es nun um unsere Einheit? Gott hat uns Einheit geschenkt als unser aller Start und Ziel. Sie realisiert sich dort, wo Menschen gemeinsam Gott als ihren Schöpfer bekennen und in Jesus Christus das neue Leben glauben.

Christen können die Einheit anschauen in dem lebendigen Gott, der ihre Vergangenheit ist und ihre Zukunft. Ich möchte es in einem Bild sagen: Wir denken uns einen Fluss. Das eine Ufer nennen wir einmal Vergangenheit, das andere Zukunft. Über den Fluss führt eine Brücke. Sie ist der Weg, der aus der Vergangenheit in die Zukunft führt. Die Brücke haben nicht wir gebaut. Wir können das gar nicht. Das kann nur Einer, der an beiden Ufern zugleich die Brückenpfeiler einrammen kann. So gehört also die Brücke nicht uns. Aber wir dürfen die Brücke benutzen; ja, wir sind eingeladen über die Brücke zu gehen.

Sie ist Gottes Weg für uns. Mitten auf dem Weg - in unserem Leben - unterwegs aus der Vergangenheit in die Zukunft - werden wir geführt, sind wir gehalten. Wir gehören Gott. Das ist unsere Einheit, und davon haben wir zu reden. Dieses Zeugnis sind wir der Welt schuldig.

Wir gehören Gott

alle, die wir wohnen in Ost und West, in Süd und Nord: Juden, Christen, Muslime, auch jene Menschen, die anderen Religionen oder Weltanschauungen angehören, gehören ihm - als seine Geschöpfe.

 
 

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